"Elisabeth Schulte"
Peter und Ivan
Er war auf der "Elisabeth" zu Gast. Der deutsche Sänger Ivan Rebroff war zu einer Gastspielreise in Neu Seeland. Ein Mitarbeiter unserer Agentur, der Fa. Turnbull, hatte ein Konzert Rebroffs in Christchurch besucht, und ihn darauf aufmerksam gemacht, das ein deutsches Schiff in Timaru lag. Kurzentschlossen nahm Ivan Rebroff Kontakt mit uns auf, und kam mit einem Tross von Leuten, spät am Abend, zu uns an Bord. Er wurde herzlich empfangen, und verbrachte ein paar gemütliche Stunden mit uns, wir hatten viel Spass miteinander, aber gesungen hat er nicht mehr.
Dunkle Wolken MS "Elisabeth Schulte" 1977
Es zogen dunkle Wolken auf. Die Reederei hatte sich gemeldet und den Konkurs der Firma bestätigt. Die "Elisabeth" war an Ahrenkiel verkauft worden, und bekam den neuen Namen "Andalusia". Noch auf See musste der S&B-Schornstein übergemalt werden. Gleich nach dem Einlaufen in Rotterdam kam der neue Name an das Schiff. Vertreter der neuen Reederei kamen an Bord und gaben uns, für meine Begriffe, das Gefühl, so ziemlich alles falsch gemacht zu haben, was man bei der Führung eines Schiffes falsch machen konnte. Etwas Gutes haben sie dennoch getan: Sie übernahmen die komplette Besatzung, mit allen Guthaben und Urlaubsansprüchen und vermieden so für jeden einzelnen den Gang vors Konkursgericht, das war für uns alle eine grosse Erleichterung. Das war das traurige Ende von S&B, ein Ende, welches, wie sich später herausstellte, so nicht nötig gewesen wäre. Es ist aber noch nicht das Ende meiner Fotopräsentation, ich habe noch jede Menge Bilder in meinem Archiv, die ich gerne präsentieren möchte, und fordere jeden Betrachter auf, der solche Schätzchen in seiner Schublade schlummern hat, mit mir Kontakt aufzunehmen, damit wir auch seine Bilder ins Netz stellen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können.
Albatrosse MS "Elisabeth Schulte" 1977
Das Wetter beruhigte sich wieder, zwei Albatrosse tauchten wie aus dem Nichts auf und begleiteten tagelang das Schiff. Sie flogen manchmal minutenlang ohne einen Flügelschlag. Faszinierende Flugkünstler, die ihr ganzes Leben auf See verbringen. Ich war mittlerweile angefangen, einen Teil meines Seefahrtslebens auf Film zu bannen. Die Albatrosse mit ihren Flugkünsten gehörten natürlich dazu. Zufällig sah ich später eine Fernsehdokumentation vom Institut für Flugmechanik der Universität München, die sich mit der Flugtechnik von Albatrossen beschäftigte. Darin bedauerten die Wissenschaftler, dass sie keine Aufnahmen von Albatrossen auf See hatten. Ich konnte ihnen aushelfen, und diente so der Wissenschaft. Von der Reederei hatten wir immer noch nichts gehört.
Rasmus schaut herein MS "Elisabeth Schulte" 1977
Nur einen kurzen Moment nachdem Erich sich verzogen hatte, kam Freund Rasmus zu Besuch an Deck. Da hätte Erich zumindestens nasse Füsse bekommen.
Kleine Notreparatur MS "Elisabeth Schulte" 1977
Erich Meyer hatte ein Undichtigkeit an dem Notausstieg aus dem Wellentunnel beseitigt und macht sich sprintartig wieder auf den Rückweg.
Heimreise MS "Elisabeth Schulte" 1977
Schlechtes Wetter gab es auch noch. Aber man machte seinen Dienst wie gewohnt, und wartete auf Nachrichten von der Kompanie. Inzwischen war das Kap der guten Hoffnung umrundet, und wir kamen der Heimat stetig näher. Ein paar Tage vor uns war die "Auguste" unterwegs auf Westafrika-Fahrt, und wir bekamen mit, wie der Kapitän der "Auguste", tagelang, vergeblich versuchte, die Reederei an die Strippe zu bekommen. Sattelitentelefonie gab es ja bei der Seefahrt noch nicht.
Eine traurige Heimreise MS "Elisabeth Schulte" 197
Heimreise, querab von Kapstadt. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. S&B war pleite! Diese Information hatten wir von einem Bolten-Dampfer, der mit Autos zwischen Japan und dem persischen Golf unterwegs war, und mit dem der Funker, verbotenerweise, während der Hafenliegezeit, Kontakt hatte. Während der dreiwöchigen Liegezeit hatten wir keinen Kontakt zur Reederei bekommen, es war uns auch komisch vorgekommen, dass es nur so wenig Vorschuss gab, obwohl wir auch nicht viel brauchten, es gab ja nichts zum kaufen. Aber egal, die Reederei war nicht erreichbar. Alle hingen mehr oder weniger in der Luft. Es war Scheisse.
Maputo MS "ElisabethSchulte" 1977
Maputo, einst die Perle Ostafrikas genannt, an der Mündung des Sambesi gelegen, war etwas heruntergekommen. Es gab nur noch wenige Geschäfte, in denen fast nichts zu kaufen war, ein Nachtleben gab es überhaupt nicht mehr. Alles das was Hein Seemann erwartet, wenn er, egal wo auf der Welt, in eine grössere Stadt kommt, war nicht vorhanden. Nach der Unabhängigkeit Mozambiques von Portugal war das Land sozialistisch geworden, und hatte sich an die Sowjet-Union angelehnt, mit den üblichen Folgen. Die Portugiesen hatten das Land verlassen müssen, und alles war im Umbruch. Was auffiel war, dass die Einheimischen sehr freundlich waren, und diese Kriminalität, wie wir sie von Westafrika kannten, gab es dort überhaupt nicht.
Maputo MS"Elisabeth Schulte" 1977
Eine Scene aus dem Fussballspiel gegen den Belgier. Ergebnis was glaube ich 3:3. der Platz war ziemlich aufgeweicht von den geschmolzenen Hagelkörnern. Als wir nach 20minütiger Busfahrt angekommen waren, lagen noch teilweise hünereigrosse Körner auf dem Platz, und das obwohl wir erst abgefahren waren, nachdem der Zauber zu Ende war. Wir hatten uns natürlich verkrochen, und waren erst in den total verbeulten Bus gestiegen, nachdem alles vorbei war.
Eisregen in Maputo MS "Elisabeth Schulte" 1977
Nach dem Löschen der Wasserrohre in Damman und der Abgabe des Scan-Dutch-Superkargos Kastien in Dubai, ging die "Elisabeth" nach Maputo, dem ehemaligen Laurenzo Marques, in Mozambique. Dort wurde drei Wochen lang Erz für Rotterdam in das Schiff geschaufelt. Wir erlebten dort ein erschreckendes Naturschauspiel, Eisregen: Wir warteten am Gate auf einen Bus, der uns zu einem Fussballplatz bringen sollte. Es war ein Spiel gegen die Besatzungs eines belgischen Dampfers verabredet. Plötzlich ging es los, es fing erst an zu hageln. Die Hagelkörner wurden immer dicker und wuchsen bis zu einer Größe von Pampelmusen an. Das Ganze dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Die Folge in Maputo: über 70 Tote, verbeulte Autos, unübersehbare Schäden an Gebäuden und jede Menge Fensterscheiben, die zerbrachen. Das Foto schoss ich, wie die Hagelkörner noch Hühnereigrösse hatten. Der Mensch im Hintergrund sammelt ein paar Körner auf. Die Leute lutschten die Dinger, bis sie zu gross wurden. So etwas hatten sie, und auch wir, in unserem ganzen Leben noch nicht erlebt.
Suez-Kanal-Passage MS"Elisabeth Schulte" 1977
Noch ein Blick auf die Stadt Suez. Hier ist Jahre noch dem Krieg immer noch sehr viel kaputt, und was besonders auffällig ist, unaufgeräumt. Trümmerfrauen gab es wohl nach dem Krieg in Ägypten nicht.
Suez-Kanal-Passage MSElisasbeth Schulte 1977
Wir laufen in den Golf von Suez. Es liegt schon wieder eine grosse Anzahl von Schiffen auf Reede, die auf unsere Ankunft gewartet haben, um ankerauf für die Kanal-Passage zu gehen. Der Suez-Kanal ist eine der meist befahrene Wasserstrassen der Welt, der laufend an die ständig grösser werdenden Schiffe angepasst wird.
Suez-Kanal-Passage MS"Elisabeth Schulte" 1977
Gegen Abend sind wir durch. Suez ist erreicht und der Lotse geht von Bord. Die Festmacher und "Beleuchter" mit ihrem Equipment wurden während der Fahrt abgegeben. Die Nord-Süd-Passage dauerte seinerzeit nicht so lange wie die Süd-Nord-Passage, weil die Wartezeit auf den Gegenkonvoi im grosser Bittersee entfiel, man konnte so durchfahren, der Gegenkonvoi wartete. Ich denke, das ist heute nicht anders.
Suez-Kanal-Passage MS Elisabeth Schulte 1977
Das ist Ismailia, die Hälfte des Kanals ist geschafft. Das Gebilde im linken Drittel des Bildes ist keine fliegende Untertasse, sondern ein Turm, wie der im Vordergrund, warum der so komisch auf das Bild gekommen ist weiss ich nicht.
Suez-Kanal-Passage MS "Elisabeth Schulte" 1977
Dieses Denkmal war neueren Datums, eindeutig nach dem Krieg errichtet. Wem es gewidmet war, was es darstellen sollte, offensichtlich ein Boot oder Schiff und welche Philosophie die Ägypter damit verfolgten - Denkmäler statt Häuser - ist mir nicht klargeworden.
Suez-Kanal-Passage MS "Elisabeth Schulte" 1977
Nach der Werftzeit trat die "Elisabeth" eine Reisencharter für das holländisch/schwedische Reedereikonsortium Scan-Dutch an. Wir brachten eine Ladung Wasserleitungen aus Asbestzement von Rotterdam via Suez Kanal in den persischen Golf nach Ad Dammann. Ad Damman liegt im nördlichen Teil des persischen Golfes in Saudi Arabien. Auf der Reise durch den Suez sah man noch die Andenken an den Krieg zwischen Israel und Ägypten. Die Ruine dieses Hotels am Kanalufer hatte ich zwei Jahre vorher schon einmal in unveränderter Form bei der Kanal-Passage mit der "Susanne" fotografiert.
Es schmeckt MS "Elisabeth Schulte" 1976
Der Räucherlachs ist eine Wucht. Obwohl es schon etwas kalt und grieselig ist, gehört ein schönes Bier dazu. Der Kontroller von der achteren Winsch ist ein idealer Tisch, also was steht im Wege? Es spricht übrigens für den Kantinier, dass, nach mehr als viermonatiger Abwesenheit aus Deutschland, noch deutsches Bier an Bord war.
Das Ergebnis MS "Elisabeth Schulte" 1976
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Herrlicher Räucherlachs, der allen prima schmeckte. Man muss sich nur zu helfen wissen. Das war für einige Tage unsere letzte Party unter freiem Himmel, denn es wurde ungemütlich, Sturm und kaltes Wetter, bevor wir nach drei Wochen das subtropische Palembang auf Sumatra erreichten. Das lag ziemlich weit im Landesinneren, und war wieder eine völlig andere Welt.
MS "Elisabeth Schulte" 1976
Ein Blitz der sich zu helfen weiss. Wir waren nach drei Wochen Liegezeit in New Westminster auf dem Weg nach Palembang auf Sumatra. Kapt. Pluschke hatte, wie auf solchen Trips üblich, einen Grosskreis-Kurs gewählt, und wir waren schon nördlich der Aleuten, es wurde kalt und das im August. Wir wollten Lachs räuchern, offenes Feuer war verboten. Also funktionierte der Blitz Rainer Duthel eine elektrische Heizplatte, die eigentlich zum Lageranwärmen gedacht war, um, die Räuchertonne konnte ohne Umbauten eingesetzt werden.
In der Werft MS "Elisabeth Schulte" 1977
Auch das Ruder wurde ausgebaut, der Propeller ist schon wieder montiert, der Außenbordsanstrich ist erneuert, es geht bald wieder los!
In der Werft "Elisabeth Schulte" 1977
Die "Elisabeth" 1977 im Dock bei den Nordseewerken in Emden. Die notwendigen Klassearbeiten waren fällig. Dabei wurde auch die hässliche Beule Backbord vorne beseitigt. Es sollte das letzte Mal sein, dass das Schiff unter diesem Namen im Dock lag, aber das ahnte von uns damals noch keiner.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Die Elisabeth war noch da, als wir nach einigen Tagen wieder aufkreuzten. Wir lagen ca. 3 Wochen in New Westmister und warteten auf unsere Ladung. Die bestand aus einer kompletten Trinkwasser-Versorgung für Palembang/Sumatra. Es wurde buchstäblich alles,was dazu gehört verladen: Die Erzeugungsanlage, die Pipelines, das Werkzeug, die Lkw`s die das Ganze durch den Busch transportieren sollten. Die Stauer die das Schiff beladen hatten, kamen nachgereist, und löschten in Palembang die Ladung auch wieder. All inclusive.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Der 2.Offz. Heiko Ortmann, stammt aus Norden und lebt heute als Pensionär in Bayern, in der Nähe von München. Er hält aber ständigen Kontakt nach Ostfriesland, zum einen, weil seine Mutter hier noch lebt, zum anderen weil er im Grunde seines Herzens ein Ostfriese ist und immer bleiben wird. Mit ihm machte das Fahren Spass, er war ein guter Kollege und ein begeisterter Seemann.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Heimreise nach ein paar herrlichen Tagen, die uns unvergessen bleiben werden.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Das Bier war weg! Vermutlich durch ein bischen Wellenschlag, war das Bier, welches wir zur Kühlung in eine kleine Mulde in den See gelegt hatten, eine Etage tiefer gerutscht. Keiner traute sich ins Wasser, denn das war eiskalt. So angelte Heiko die Flasche per Geduldsspiel wieder hoch, eine nach der anderen, keine ging verloren. Wäre ja auch schade um unser wichtigstes Nahrungsmittel.
Pittlake MS"Elisabeth Schulte" 1976
Erich und Heiko sind gut drauf. Die Tage am Pittlake haben uns gut getan, wir haben schöne Abende am Feuer, welches wir, zu später Stunde, doch wieder entfacht haben, verbracht, über Gott und die Welt geredet und Nachts gemeinsam gegen die unzähligen Mücken gekämpft.
Pittlake "Elisabeth Schulte" 1976
Nachdem wir den ersten Abend und die erste Nacht unter freiem Himmel prima "Rum"-gekiegt hatten, waren wir von einem Wildhüter darauf aufmerksam gemacht worden, daß offenes Feuer nicht erwünscht wäre. Also mussten wir uns etwas einfallen lassen, wir haben dann eine Gas-Lötlampe für die Zubereitung der Bratkartoffeln, der Spiegeleier und den Kaffee benutzt, das ging prima.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Ein Lagerplatz war bald gefunden, er befindet sich auf der kleinen Landzunge, links auf dem Pittlake-Foto. Heiko macht die kleine "Elisabeth" an einem angetriebenen Baumstamm fest und wir richten uns ein.
Pittlake MS "Elisabeth Schulte" 1976
Das ist der Pittlake der im Verlauf des Pitt-Rivers, eines Nebenflusses des Fraser-Rivers, liegt. Am Pittlake haben wir, das waren der 2.Offz. Heiko Ortmann, der Schmierer Erich Meyer und ich im Juli 1976 ein paar phantastische Tage verbracht. Der 1.Offz. Rolf Brahms hatte uns erlaubt, mit der kleinen "Elisabeth" loszufahren. Gut ausgerüstet sind wir dann zunächst den Fraser- und dann den Pitt-River bis zum Pittlake hochgefahren. Auf den nächsten Fotos mehr.
Timaru MS "Elisabeth Schulte" 1976
Timaru ist ein kleiner Hafen an der Ostküste der Südinsel Neu - Seelands. Der Hafen ist offen, also nicht durch eine Schleuse geschützt, so dass der Südpazifik-Schwell mehr oder weniger heftig "hereinschaut". Deswegen die dicken Manila-Vorläufer an den Festmachern.
Landfein MS Elisabeth Schulte" Timaru 1976
Der 1.Offz. Klaus "Kalle" Krecklow und der Kapitän Walter Pluschke kannten sich schon sehr lange, von vielen gemeinsamen Schiffen her. Überhaupt war die Reederei Schulte und Bruns oftmals wie eine grosse Familie, man traf auf jedem Schiff, auf dem man anmusterte, immer irgendjemanden den man kannte. Kalle trägt das Reedereiabzeichen am Revers, voller Stolz. Beide haben sich landfein gemacht für einen Landgang in Timaru/New Zealand.
Alt und Neu MS "Elisabeth Schulte" in Helsingborg
Alt und neu nebeneinander. Ein, schon recht betagter, Schweden-Kümo aus den 50ern, liegt gemeinsam, mit dem für damalige Verhältnisse recht modernen, Stückgutfrachter "Elisabeth Schulte" in Helsingborg/Schweden zum Laden.
Sonntagsspaziergang MS "Elisabeth Schulte"
Der Chief Jenssen war ein etwas unkonventioneller Typ, der immer für etwas eigenartigen Sachen zu haben war. So tauschte er beispielsweise die Schwedenklogs, die er auf diesem Bild trägt, mit einem betrunkenen Schweden, an einer Pommesbude in Göteborg, gegen "vernünftige" Halbschuhe, mit denen er dann in eine Disco eingelassen wurde, die ihn zuvor wegen der Klogs abgewiesen hatte. Kalle Krecklow gab ihm übrigens, wegen einer gewissen Ähnlichkeit, den Spitznamen "Fritz Teufel", deswegen fällt mir auch heute sein richtiger Vorname nicht mehr ein. Auf diesem Spaziergang fand er einen halbvergammelten Fisch. Den hängte er, unbemerkt, einem spanischen Matrosen an die Angel, und freute sich mächtig über dessen komisches Gesicht.
Laden in Bangkok MS "Elisabeth Schulte" 1976
Sampans bringen unsere Ladung. Das Schüttgut ist wertvolles Wolframerz. Es wurde in die Bag geschaufelt, die oben im Bild zu sehen ist, mit dem Autokran rübergehievt, unten in der Luke wieder in Säcke umgefüllt, und dann verstaut. Insgesamt ca. 2500 to. Die Bretter in den anderen Sampans sind aus Teakholz, dafür wurde vorne in Luke 1 ein Locker gebaut. Das Ganze benötigte zwangsläufig Liegezeiten, die heute unvorstellbar sind.
Ausstellung Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Matrose Schmolle, Zimmermann Anton Schoon (verdeckt), Assi Uwe Selle und Steward Andreas Dahlheimer bestaunen einen ca. 8 x 4 m grossen, handgeknüpften Wandteppich, auf dem die grosse chinesische Mauer dargestellt ist.
Austellung Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Das war schon etwas anderes: Zwei Kugeln aus Jade, die jede neun Kugeln enthielt, die untereinander frei beweglich sind, und das alles aus dem Vollen. Die größere der Kugeln hatte ca. 16 cm Durchmesser, die kleinere ca. 4 cm. Das ganze Gebilde war ca. 60-70cm hoch. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber was da an handwerklichem Geschick geboten wurde, war schon bemerkenswert.
Austellung Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Ein recht fragwürdiges Kunstwerk. Dieser Klotz aus Jade wog 6 to. Man arbeitete eine Bergsteigerszene aus ihm heraus: Viele kleine Chinesen klettern einen Berg hinauf. Ganz oben steht eine Gruppe mit der chinesischen Nationalflagge in der Hand. Das war chinesische Kunst 1976.
Austellung in Shanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Wir besuchten eine Industrie- und Kunstaustellung in Schanghai. Hier sind wir in der Eingangshalle vor einem Standbild des grossen Vorsitzenden versammelt, und bekommen, in bestem Deutsch, einen Einführungsvortrag. Von Links: Kapt. Walter Pluschke, Assi Uwe Selle, Zimmermann Anton Schoon, Steward Andreas Dahlheimer (verdeckt), Assi Lothar Schwan, Matrose Schmolle (verdeckt), OA Körtel mit Mütze, Matrose Manfred Trippl.
La Guaira/ Venezuela MS "Elisabeth Schulte" 1976
Der Hafen liegt voll mit Stückgutschiffen verschiedenster Nationalität: Engländer, Norweger, Japaner. Ich glaube wir Deutschen waren am stärksten vertreten, ganz vorne liegt ein Dampfer der Reederei Nord, dahinter ein Hapag-Lloyd-Dampfer, ich glaube es war die "Erlangen" und wir mit unserer "Elisabeth". La Guaira war einer von fünf Häfen die wir im Verlauf der Charter-Reise für die schwedische Johnson-Line angelaufen sind: Cumana, Puerto Cabello, La Guaira, Maracaibo und Barranquilla, dann war die Charter zu Ende.
Einlaufen La Guaira MS "Elisabeth Schulte" 1976
Nach 2 Tagen auf Reede laufen wir in La Guaira/Venezula ein. Es stand ein ordentlicher Schwell, wir mussten uns ganz langsam reintasten und der Lotse kam erst zwischen den Molenköpfen. Eine echte Herausforderung an das nautische Team Kpt. Walter Pluschke, 1.Offz. Rolf Brahms und 2.Offz. Heiko Ortmann.
Einlaufen Bangkok MS"Elisabeth Schulte" 1976
Jetzt haben wir sie querab, die Dschunke. Es war nach meiner Errinnerung ein sehr heisser Tag, so daß sich die Besatzung wohl irgendwo vor der Hitze verkrochen hat. Oftmals wurden solche Dschunken von Familien betrieben, sie waren keine Seltenheit in den asiatischen Gewässern. Was man dort unten manchmal an Schiffen zu sehen bekam, durfte sich auch schon damals nicht nach Europa trauen.
Einlaufen Bangkok MS" Elisabeth Schulte" 1976
Ganz langsam kam sie in Sicht, gemächlich zog sie dahin, eine Dschunke. Gesehen beim Einlaufen nach Bangkok.
Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Sie lag auch in Schanghai, und war dort warscheinlich häufiger Gast als S&B-Schiffe: der "China-Fahrer" "Sophie Rickmers", der ehemalige Hapag-Dampfer "Dresden". Gebaut 1957 von der AG Weser, Bremen, für Hapag, später Hapag-Lloyd, 1970 an Rickmers, 1986 abgewrackt in Shanghai. Ein damals schon bemerkenswertes Schiff: fast 17000 tdw, 10 Zyl. 2Takt Maschine mit 12500 PS von Krupp, Geschwindigkeit 18 kn, eingerichtet für 12 Passagiere, Süssöltanks, 7 Luken. Ein schönes Schiff.
Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Schanghai MS "Elisabeth Schulte" 1976
Schon damals eine faszinierende Stadt, Schanghai. Es bestand Fotografierverbot im Hafengebiet. Bis zur Lostsenabgabe in der Yangtse-Mündung waren Soldaten an Bord, die darauf achteten, daß das auch eingehalten wurde. Ein paar Bilder sind uns dennoch gelungen - durch das Salonfenster. Achtet bitte mal auf die blauuniformierten Menschenmassen auf den Aussichtsplattformen und auf der Brücke im Hintergrund. Heute sind es warscheinlich noch mehr, nur nicht mehr uniformiert.
Schwimmende Garküche in Bangkok
Viele solcher kleinen Sampans waren in Bangkok unterwegs und versorgten die Hafenarbeiter mit frisch zubereitetem Essen. Manchmal riskierte Hein Seemann auch einen Happen, die Verlockung war zu gross. Aber Vorsicht, die angewandte Hygiene war nicht auf europäische Mägen ausgerichtet. Der Wok wurde zwischen der Zubereitung der einzelnen Gerichte mit Außenbordswasser "gereinigt".
Kombüsenparty MS "Elisabeth Schulte" 1976
Zu einer zünftigen Kombüsenparty treffen sich 1976 auf Heimreise im Suez-Kanal der FO Rolf Varwig, der 2.Offizier Heiko Ortmann, der Schmierer Erich Meyer, der Elektriker Rainer Duthel und der Koch Uwe Pflüger. Sie haben sich viel zu erzählen.
Der Lotse kommt. MS "Elisabeth Schulte" Göteborg
Mal etwas fürs Gemüt. Einlaufen Göteborg an einem schönen Sommerabend im Juni 1976. Der Lotse kommt
Laden in Timaru New Zealand MS "Elisabeth Schulte"
Timaru an der Ostküste der Südinsel Neu Seelands war der am weitesten von der Heimat entfernte Hafen auf unserer Weltreise. Hier haben wir in 16 Tagen ca. 16000 t Weizen für Penang geladen. Sagenhafte Raten und eine wunderschöne Zeit.
Der Koch MS "Elisabeth Schulte" New Westminster
Der Koch Uwe Plüger hat seine ganz eigene Art zu geniessen: alles am Mann.
Lecker, Lecker ! New Westminster
Der FO Rolf Varwig bereitet sich ein frisches Lachsteak zum Grillen vor. Den Lachs hatten wir bei kanadischen Fischern gegen Whisky getauscht. Für beide Seiten ein gutes Geschäft, wie man sieht.
MS "Elisabeth Schulte" in Helsingör Schweden 1976
Ein gutes Schiff mit tollen Reisen war die "Elisabeth". Eines von drei 36 L-Typschiffen, die von der Bremerhafener Seebeck-Werft für S&B gebaut wurden. Schwesterschiffe waren die "Ilse" und die "Elise". Indienstellung 1972. Nach der "Pleite" 1977 an Ahrenkiel als "Andalusia". 1981 nach China als "Neijiang". Jetzt warscheinlich verschrottet. Diese Bild entstand zu Beginn einer Weltreise, die 9 Monate dauern sollte
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2003-2012 by Webmaster Hans Albert (Ben) Ulmer. Fremdwerbung jeglicher Art ist in allen Bereichen ausdrücklich unerwünscht und wird grundsätzlich nicht genehmigt.
Für die veröffentlichten Fotos und den persönliche Daten, liegen uns die schriftlichen Einverständniserklärungen der jeweiligen Besitzer vor. Das veröffentlichte Material wurde uns von den Eigentümern persönlich, per Post oder elektronisch überrmittelt.
Sollten wir durch Unkenntnis, uns nicht bekannte Rechte Dritter verletzt haben, wird dieses Material nach einem Hinweis an uns, umgehend entfernt.
