"Joachim Schulte"
Der Chief MS "Joachim Schulte" 1968/69
Das ist Herr G., der Chief der "Joachim". Herr G. verlangte seinem 2. eine Menge ab. Besonders, nachdem die, an die Werftzeit in Piräus anschliessende Reise - Erz von einem griechschen Hafen nach Baltimore - frühzeitig bekannt geworden war. Im Winter, mit einem maroden Kahn, über den Nord-Atlantik war nicht jedermanns Geschmack, und dreiviertel der Maschinencrew verliess das Schiff. "Charlies Zauberkasten" verlor seine Wirkung, d.h. kein Ersatz, und die Sache wurde brisant. Es wurden noch zwei Globetrotter für die Maschine eingefangen. Gelernte Handschuhmacher, die auf diese Weise billig nach Amerika kommen wollten, und keine Ahnung hatten, auf was sie sich einliessen. Herr G. versprach, sich während der Atlantik- Überquerung persönlich einzusetzen. Leider war der Nord-Atlantik für Herrn G. schon zu Ende bevor er überhaupt angefangen hatte, nämlich bei Gibraltar. Nur gut, dass Jan vor Beginn der Reise den Jungmann Gerd Münkenwarf zum Maschinen-Jungen hatte ummustern lassen. Da hatte er jedenfalls einen, auf den er sich verlassen konnte. Ich erinnere an den Poseidon-Tempel.
Fischereihafen von Piräus MS "Joachim Schulte" 196
"Eem kieken of wall ´n bietsche Fisch tau kriegen is?": wird Jan sich bei seinem Spaziergang durch den Fischereihafen von Piräus gedacht haben. Man musste schon früh aufstehen, wenn man etwas von den Fischern ergattern wollte. Besonders interessant wurde es, wenn spanische oder portugiesische oder auch jugoslavische Kollegen unter der Besatzung waren, die kannten sich mit der Zubereitung von mediteranen Meeresfrüchten ganz besonders aus. Es gab so manches Festmahl in der Manschaftsmesse, Tintenfische in allen Variationen, Makrelen etc.. Der Koch hatte Pause.
Der Kanal von Korinth MS "Joachim Schulte" 1968/69
Der Kanal von Korinth trennt das griechische Festland von der Halbinsel Peloppones. Er wurde erbaut von 1881-1893 und ist 6,4 Km lang. Er stellt eine Verbindung zwischen sorinischem Golf und Golf von Korinth her, und erspart einen, in früheren Zeiten gefährlichen, Seeweg um den Peloppones herum von 330 sm. Bei einer Wassertiefe von 8m und einer Breite von 24m in Höhe des Wasserspiegels ist ein Verkehrsaufkommen von 30 Schiffen täglich sehr beachtlich. Hauptsächlich sind dies Yachten, Fähren und Fahrgastschiffe. Die Idee zu diesem Kanal ist uralt. Versuche wurden aus verschiedenen Gründen nie gewagt. 40 v. Chr. liess Caligula erste Messungen durchführen, und verwarf danach den Bau. 67 v. Chr. liess Kaiser Nero 6000 jüdische Gefangene 3 Monate lang buddeln bevor er starb, und Schluss war mit der Buddelei. "Joachim" hätte durchgepasst, wenn es erforderlich gewesen wäre, die Passage wäre vielleicht ein bischen teuer geworden, bei Passagekosten von 10 €/m Schiffslänge.
Der Poseidon-Tempel MS "Joachim Schulte" 1968/69
Der erste Poseidon-Tempel wurde erbaut von Antaios aus den Schädeln seiner Unterlegenen für seinen Vater Poseidon. Er liegt nahe dem Kap Sunion an der Südspitze Attikas. Der Poseidon-Tempel war eine Stätte an der die Seeleute für ein gutes Gelingen der Reise die Gunst des Meeresgottes erbitten konnten- etwa mit Homers Worten: "Höre mich Poseidon, du Erdumgürter! Verwirf nicht unser frommes Gebet; erfülle was wir begehren". (Homer, Odyssee, III.Gesang, Vers 55). Ein Ort an den Jan Behrends und Gerd Münkenwarf nicht ohne besonderen Grund gekommen sein könnten.
Ausflug in Griechenland MS "Joachim Schulte" 1968/
Durch die lange Werftzeit boten sich natürlich etliche Gelegenheiten, um Ausflüge durch das Land zu unternehmen. Man erkennt auf diesen Bildern, außer der historischen Umgebung, etwas Besonderes, nämlich welchen Stellenwert solche Ausflüge für "Hein Seemann" hatten: es wurde sich feingemacht, egal ob Ingenieur, Assi oder Jungmann. Hier sind es der Jungmann Gerd Münkenwarf, über der später noch einiges zu berichten ist, der Assi Deken, Jan Behrends und der 3.Ing. W. Behrends (nicht verwandt), die sich vor der beeindruckenden Kulisse der Akropolis aufgebaut haben. Die Akropolis ist ein, der Stadtgöttin Athene geweihter, Burgberg. In der mykenischen Zeit war sie Sitz der Könige und Schutz- und Zwingburg der Stadt. Später, im demokratischen Athen, war sie Sitz der Götter, und verlor ihre Schutzfunktion
Werftzeit in Piräus MS "Joachim Schulte" 1968/69
Smoketime. Jan Behrends und der 3. Ing. W. Behrends sitzen gemeinsam mit den griechischen Werftarbeitern auf der Luke und machen eine Pause. Die Griechen haben gute Laune, es gibt viel zu tun auf dem deutschen Schiff. Die Laune bei den beiden deutschen Kollegen hält sich in Grenzen, kein Wunder bei den Erlebnissen, die dieser Werftzeit vorausgegangen sind. Insgeamt dauerten die Reparaturarbeiten am "Joachim" sechs Wochen.
Das Loch MS "Joachim Schulte" 1968/69
Als der Reiniger Reiners aus Wiesmoor, nach dem Wecken, beim üblichen Sprung aus der Koje, durch die, bei S&B übliche, Kokosmatte durchgesaust, und direkt in der Achterpiek gelandet war, entschloss sich die Reederei, die Tankdecke im Bereich des Poopdecks auszuwechseln. Auf der anschliessenden Reise, mit Rapssaat von Oslo nach Casablanca, geriet das Schiff in schlechtes Wetter und es stellten sich weiter Schwachstellen heraus. Wassereinbruch in Kammern und O-Messe, eingeschlagene Türen in der Poop, Wassereinbruch im Maschinenraum durch undichte Skylights. Rotterdam musste als Nothafen angelaufen werden. Nach Notreparatur, Fortsetzung der Reise und Löschen in Casablanca, ging das Schiff nach Piräeus in die "Werft", wo weiter repariert wurde. Dabei musste das Deck im Bereich der Aufbauten großflächig erneuert werden.
Viehtransport karibisch MS "Joachim Schulte" 1968/
Dieser kleine Coaster wurde ausschliesslich zum Viehtransport zwischen den karibischen Inseln eingesetzt. Man erkennt das an den relativ fest eingebauten Boxen an Deck. Das Ganze geht mit karibischer Gelassenheit ab. Wertvolles Zuchtvieh wird hier nicht verladen , wie aus der Art der Behandlung der Tiere zu erkennen ist. Viehtransport ist weltweit eine besondere Geschichte. Diese Foto entstand in Basse Terre einem Ort auf einer der zwei Inseln aus der das Department Guadelupe besteht, den sogenannten Schmetterlings-Inseln Basse Terre und Grand Terre.
Noch eine Rast auf Martinique MS "Joachim Schulte"
Die grandiose Natur, und die sich daraus ergebenden fantastischen Ausblicke laden immer wieder zur Rast ein. Auf den nördlichen, dem Meer zugewandten Inseln herrscht ein feuchteres Klima als auf den südlichen näher an der Küste gelegenen Antilleninseln. Das bedingt eine üppige Vegetation, die diese Insel zu einem sehr beliebten Tourismusziel machen, und wir kriegten noch Geld dazu. Hier der 2.Offz. Rumphorst und der 1. Offz. Picker, der heute Lotse auf der Elbe ist, oder schon auf Rente.
Rast auf Martinique MS "Joachim Schulte" 1968/69
Der 2.Offz. Rumphorst und der Bootsmann Anton Leeners bei einer Rast. Man stellt während der Rundreise immer wieder fest, dass die Inseln französisch verwaltet sind, und politisch zu Europa gehören. Gut ausgebaute Strassen wird man auf den unabhängigen grossen Antillen nicht finden. Französisch geprägte Lebensart ist auf Guadelupe und Martinique deutlich spürbar.
St. Pierre auf Martinique MS "Joachim Schulte" 196
Eine kurze Rast. Der Reiseleiter Picker hält die Situation für die Ewigkeit fest. Der andere Kollege nutzt die Gelegenheit zu einer Smoketime. Es bietet sich ein schöner Blick auf die Stadt St. Pierre an der Nord-West-Küste Martinique. Martinique ist, neben Guadelupe, ein französisches Department und gehört zu den nördlich gelegene kleinen Antillen, den Inseln über dem Wind, den "Leeward Islands".
Es geht zum Schwimmen auf Martinique MS "Joachim S
Herr Picker sammelt seine Schäfchen. Wie es scheint, ist alles gut durchorganisiert. Die Leute haben Handtücher mit, der Kollege im blauen Hemd hat sogar einen Rettungsring dabei und eine Gitarre darf auch nicht fehlen. Es geht offensichtlich an den Badestrand. Die Picker´sche Organisation war dafür bekannt, dass irgendwo auch noch ein Happen zu sich genommen wurde. Bestimmt ein runder Tag. Namen: vorne mit Schiebedach: Bootsmann Anton Leeners. Vielleicht wird noch jemand erkannt, dann bitte melden.
Jan Behrends vor dem Bus, mit dem die Besatzung der "Joachim" einen Landausflug auf Martinique unternommen hat. Der Ausflug wurde organisiert vom 1.Offz. Picker. Herr Picker hatte legte viel Wert darauf, dass die Kultur nicht zu kurz kam. Auf allen Schiffen, auf denen er bei S&B gefahren hatte, sorgte er immer dafür, dass der interessierte Teil der Besatzung Gelegenheit bekam, Land und Leute kennenzulernen. Hier durfte das "Engelke up de Müre" nicht fehlen.
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